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Was haben wir uns da eingeHANDELt? Globalisierungskritischer Stadtrundgang in Frankfurt

Globalisierung – was verstehen wir darunter und vor allem was hat unser alltägliches Konsumverhalten damit zu tun? Diesen Fragen wird auf dem Globalisierungskritischen Stadtrundgang nachgegangen.

An sechs Stationen in der Frankfurter Innenstadt werden Einblicke in die globalisierte Welt gegeben und es wird deutlich gemacht, wie das Konsumverhalten hier mit den Lebensbedingungen anderswo zusammenhängt. Zu den Themen gehören die wirtschaftliche Vernetzung aller Teile der Welt, die Macht der internationalen Konzerne sowie die sich daraus ergebenen Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensbedingungen der Menschen.

Die Idee für diesen etwas anderen Stadtrundgang stammt ursprünglich von JANUN (Jugend Aktion Natur- und Umweltschutz Niedersachsen) aus Hannover. Ein gemeinsamer Arbeitskreis von Naturfreundejugend Hessen, BUNDjugend Hessen und attac Frankfurt hat diese Idee übernommen und das Konzept für die Stadt Frankfurt überarbeitet. In den vergangenen zwei Jahren konnten bereits mehrfach Stadtgänge angeboten werden.

Die Hauptzielgruppe , an die sich der Stadtrundgang richtet, sind Schulklassen der Jahrgangsstufen 8 bis 13. Aber auch für andere Gruppen und Interessierte (z.B. LehrerInnen, ErzieherInnen, MultiplikatorInnen) ist der Stadtrundgang durchführbar.

Momentan gibt es sechs Stationen, anhand derer man die unterschiedlichen Aspekte der Globalisierung beleuchten kann. So wird z. B. bei der Station „Weltreise einer Jeans“ darauf eingegangen, woher unsere Kleidung zum großen Teil kommt, unter welchen Bedingungen sie hergestellt wird und welche Transportwege dieses Kleidungsstück in dieser vernetzten Welt bereits zurückgelegt hat bevor es von uns das erste Mal getragen wird. Eine andere Station beschäftigt sich mit der Thematik Preisgestaltung. Am Beispiel eines Turnschuhs wird erläutert, woraus sich die Preise der Waren, die wie konsumieren zusammensetzen und wer letztendlich welche Anteile davon erhält. Kritisch wird hierbei betrachtet, dass oftmals in das Image einer Marke mehr Geld investiert wird als in die Arbeitskraft.

Weitere Stationen gibt es zu den Bereichen: Kosmetik – Ausbeutung der natürlichen Ressourcen; Fastfood – Wie kommt das Gen in den Burger?; und Schokolade – wie fairer Handel den Produzenten nützt. Außerdem erläutern wir, wie die Automobilherstellung mit der Produktion von Minen zusammenhängt

Zukünftig soll es auch Stationen geben, die einen direkten Bezug zur Stadt Frankfurt und ihren Besonderheiten erkennen lassen. Denn gerade Frankfurt als Handels- und Wirtschaftsmetropole bietet sich an, um über Vor- und Nachteile der Globalisierung zu diskutieren. Es werden derzeit Materialien zu den Schwerpunkten Tourismus, Flugverkehr, Banken, Börse und WTO (World Trade Oraganisation = Welthandelsorganisation) entwickelt.

Was wollen wir mit dem Globalisierungskritischen Stadtrundgang erreichen? Es ist nicht unser Anliegen, den Zeigefinger zu erheben und das Konsumverhalten der Menschen zu bewerten und zu beurteilen. Vielmehr geht es uns darum, das Verständnis von Globalisierung zu erweitern und einen kritischen Blick auf die komplexen Zusammenhänge, die dieser Begriff mit sich bringt, zu fördern. Die TeilnehmerInnen des Stadtrundgangs werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Globalisierung nicht nur positive Seiten mit sich bringt sondern auch ihre Schattenseiten hat. Jeder soll in der Lage sein, sich seine eigene Meinung darüber zu bilden und wir wollen dazu beitragen, indem wir auch Hintergrundinformationen liefern, die sonst selten in der Öffentlichkeit angesprochen werden.

Dieses Gemeinschaftsprojekt von Naturfreundejugend Hessen, BUNDjugend Hessen und attac Frankfurt wurde im vergangenen Jahr mit dem Frankfurter Umweltpreis der Carl und Irene Scherrer Stiftung ausgezeichnet und ist außerdem ein offiziell von der UNESCO anerkanntes Dekadeprojekt der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Wir hoffen, dass der Globalisierungskritische Stadtrundgang auch in Zukunft auf großes Interesse stößt und dieses Projekt weiterhin erfolgreich bleibt.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite: www.stadtrundgang-frankfurt.de

mainmove ist ein Gemeinschaftsprojekt der Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH und der Naturfreundejugend Deutschlands