11.12.2010 » Fest van Cleef - Rückblick
Noch gar nicht ganz verarbeitet und es ist schon wieder vorbei. Am 11.12. war die Mainzer Phönixhalle prall gefüllt mit Menschen, das Grand Hotel van Cleef stattete uns mit seinem Hallen-Festival einen beeindruckenden Besuch ab.
All die Musiker von Kettcar, Tomte, Gisbert zu Knyphausen, über An Horse, Young Rebel Set, Beat! Beat! Beat! bishin zu Nils Koppruch und Tim Neuhaus konnten sich sehen und hören lassen. Aus diesem Grund wollen wir in diesem Fall niemanden besonders hervor heben, denn das gesamte Festival war tatsächlich sehenswert.
Deshalb gibt es für euch einen Haufen Fotos drüben und die vier Interviews, die wir mit An Horse, Tim Neuhaus, Nils Koppruch und Young Rebel Set geführt haben hier.
Vorab sei euch gesagt, dass wir für alle Künstler Fragen auf Zetteln vorbereitet hatten, jeder zog und stellte sich seine Fragen selbst.
Themenüberblick:
An Horse: Donuts am Morgen, Woody Allen, die deutsche Sprache, Stiefmütter
Tim Neuhaus: Unterwäsche am Abend, das gefährliche Leben der Astronauten
Nils Koppruch: Intimes, Intelligentes, Aktivitäten im Bett
Young Rebel Set: Bier, Take That
AN HORSE
Wo seht ihr euch in 5 Jahren?
Damon: Hoffentlich machen wir dann immer noch Musik und verdienen ein wenig Geld (lachen). Ja, und die Band entwickelt sich immer weiter, das wäre schön.
Was war der letzte Film den ihr im Kino gesehen habt?
K: „Whatever Works“, äh nein, „You will meet a Tall Dark Stranger“ von Woody Allen. – Hat er dir gefallen? – Ja, ich fand ihn großartig. Ich liebe Woody Allen. – K: Was war dein letzter Film? – D: (Pause) Scheiße, man ist das lange her. Ich erinnere mich nicht mehr daran. – K: Das Licht hier ist schrecklich. – Wir: Ja, stimmt. - D: Oh Gott ich weiß es wirklich nicht mehr. – K: War es nicht Eat Pray Love? – D: Ich bin mir nicht sicher, tut mir leid.
Sortiert folgende Begriffe, beginnt mit dem Wichtigsten: Bier, Kunst, Musik, schönes Wetter.
K: Musik, Kunst, schönes Wetter, Bier. D: Ich würde sagen, Musik, Kunst, Bier, schönes Wetter (lacht). Vielleicht auch Musik, Bier, Kunst, schönes Wetter… ich mag Bier, besonders das in Deutschland.
Kennt ihr ein paar Wörter auf Deutsch?
K: Ja, „Danke“, „Tschüß“, „Bier“… D: „Fischen“! – K: „Achtung“ – D: „Guten Morgen“ – K: „Kaffee“, D: „Nicht so viele.“, K: „Eins, zwei, drei, vier...“
Was verärgert euch?
K: Stiefmütter. Aber eigentlich verärgert mich nicht viel. D: Ja, mich auch nicht. K: Das ist wie mit den Eltern, das Schlimmste was sie zu dir sagen können ist nicht, dass sie sauer auf dich sind, sondern dass sie wirklich enttäuscht von dir sind.
Was macht ihr nach dem Konzert?
D: Schlafen.
Wie würdet ihr eure Arbeit beschreiben?
D: Ehrlich (lacht). Ähm, unsere Arbeit ist hart… K: …ja, aber es macht auch Spaß. D: Ja, sehr viel sogar.
Welchen Beruf hättet ihr, wenn ihr keine Musiker wärt?
K: Wir würden vermutlich wieder im Plattenladen arbeiten. D: Hm, ich weiß nicht, vielleicht würde ich auch etwas vollkommen anderes machen, irgendwas ohne Bezug zur Musik.
Was habt ihr heute Morgen gegessen?
K: Ich habe einen Donut gegessen. D: Ein Sandwich. K: Und danach habe ich frischen Karottensaft getrunken. Wobei den Donut hätte ich nicht essen sollen, danach ging’s mir schlecht, das habe ich vorher schon gewusst und habe es trotzdem gemacht.
Wo und wie verbringt ihr Weihnachten?
D: Eigentlich weiß ich noch gar nicht genau was ich an Weihnachten mache. Eine Woche vor Weihnachten besuche ich meine Familie. An Weihnachten selbst mache ich vielleicht was mit Freunden… am Strand. K: Ich fahre nach Toronto, es wird toll, ich koche mit ein paar Freunden.
TIM NEUHAUS
Was magst du an dir?
Das ist aber eine gemeine Frage (lacht). Hm, ich mag eigentlich an mir, dass ich überhaupt nicht eitel bin. Also ich sitze jetzt zum Beispiel hier mit euch und habe null Bedürfnis zu gucken ob meine Haare jetzt okay sind, weil du Fotos machst, das ist mir immer scheiß egal und das finde ich eigentlich gut (grinst).
Bücher sind…?
Wichtig. – Hast du einen Lieblingsautor oder irgendwelche Bücher, die du besonders magst? – (Albert) Camus habe ich letztens gelesen, „Das Missverständnis“. Daraufhin wollte ich alles von ihm lesen und habe mich dann aber ein bisschen gelangweilt aber das (Missverständnis) fand ich richtig geil.
Sortiere folgende Begriffe. Beginne mit dem Wichtigsten: Bier, Kunst, Musik, schönes Wetter.
Ja ganz klar, Musik, Kunst, schönes Wetter, Bier.
Was hast du auf Tour immer dabei?
Die Gitarre… nein, eigentlich immer zwei Drumsticks.
Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Hoffentlich hat sich dann nicht so viel verändert.
Warum sollte man… hey das macht echt Spaß… warum sollte man Geld für deine Musik ausgeben?
(lacht) Das ist echt hart. Hm, also ich finde man sollte allgemein für Musik ein bisschen mehr ausgeben, das gilt jetzt nicht nur für meine. Man hört dann auch anders hin glaube ich, und es ist auch okay Musik mal scheiße zu finden. Dann weißt du auch was du nicht magst und du beschäftigst dich trotzdem mal damit.
Was war für dich das schönste Konzert im vergangenen Jahr?
The Swell Season. Habt ihr von dem Film „Once“ gehört, Glen Hansard…? Das ist er von der Band „The Frames“ mit seiner Freundin die Klavier spielt und die Beiden haben ‚nen Oscar bekommen für die beste Filmmusik oder so. Da war ich auch bei dem Konzert und das war toll.
Was hast du heute Morgen gegessen?
Oh Gott wollt ihr das wirklich wissen? Ich habe zwei Brötchen gegessen, Choco Krispies, Coco Pops so ‚ne Schachtel… oh man das ist mir schon peinlich drüber zu reden.
Liebe ist…?
Wichtig (lacht).
Hast du eine Sammelleidenschaft?
Eigentlich nicht.
Welche schlechten Angewohnheiten hast du?
Ja zum Beispiel das mit dem Sammeln, egal, auch in musikalischer Hinsicht besteht bei mir der Drang was zu sammeln der aber nach einer Woche wieder abstirbt. Und später fragst du dich dann warum hast du dir diesen Scheiß eigentlich besorgt? Das halte ich dann immer ganz kurz durch und dann baut man dazu ganz schnell wieder eine Distanz auf. Ich mag‘s ja schon wenn man ‚ne Sache dann auch wirklich durchzieht und da gibt’s bei mir verdammt wenige Sachen.
Freust du dich heute Abend auf bestimmte Musiker?
Ja, Gisbert zu Knyphausen, auf den freue ich mich eigentlich immer. Und An Horse, da freue ich mich auch wirklich drauf, die sind auch interessant.
Für welche Musik/CD hast du zuletzt Geld ausgegeben?
Für Phoenix, ich habe alle Phoenix Alben gekauft.
Hast du bestimmte Rituale vor den Konzerten?
Meistens ist das Ritual gestresst hin und her zu laufen und noch irgendwelche Sachen hinzukriegen. Leider habe ich keine Zeit für Rituale (lacht).
Was machst du nach dem Konzert?
Gestresst hin und her laufen (lacht). Nee, also hier und heute ist ganz viel rumhängen angesagt und Bands angucken, solange es noch geht.
Was wolltest du als Kind werden?
Kann ich mich nicht mehr erinnern. – „Nicht irgendwie Feuerwehrmann oder Astronaut?“ – Nee, nee, vor solchen Sachen hatte ich viel zu viel Schiss. Also Astronaut, da denke ich mir, ich bin doch nicht bescheuert (lacht), da kommst du ja vielleicht nicht mehr zurück. Da hätte ich total Angst vor der Reise dahin (lacht). Auch Bungee Jumping oder so, alleine die Vorstellung da vorher irgendwo hochzulaufen, keine Lust… (grinst).
Was war der letzte Kinofilm den du gesehen hast?
„Renn wenn du kannst“ – Wer spielt da mit? – Ich kenne die Namen leider nicht. Aber der Regisseur heißt Dietrich Brüggemann, das ist ganz lustig und ich sage das jetzt wirklich nicht weil er mein erstes Video macht, es war wirklich so dass das mein letzter Film war und den fand ich richtig gut. Er ist ein Freund meiner Freundin und ich bin so froh über die Sache, weil mir der Film so gut gefallen hat, dass ich dachte, geil dann kann das nicht scheiße werden.
Was trägst du nachts im Bett?
American Apparel Unterwäsche. – Aha, ja, klingt bequem. – Ja, ja, das ist total bequem. – Ja, man muss ja auch frei sein. – (lacht lange)
Wo und wie verbringst du Weihnachten?
Also wir drehen wahrscheinlich um Weihnachten herum das Video. So am 21./23.12. und danach fahre ich zu meinen Eltern.
NILS KOPPRUCH
Sieht die Zettel… „Vielleicht ist ja ein Gewinn dabei.“
Was hast du heute Morgen gegessen?
Ich habe heute Morgen ein Brot… also ‚ne Klappstulle mit Käse und Schinken… oder wie nennt man das… Doppelbrot… gegessen.
Was wolltest du als Kind werden?
Ja, also eigentlich hatte ich bis 21, 22, also weit über das Kind sein hinaus, keine Vorstellung was ich machen sollte. Eigentlich weiß ich erst seit ein paar Jahren ganz genau was ich sein möchte. Ich wollte gerne ein Leben führen wo ich mich nicht entscheiden muss was ich sein will, sondern einfach das mache, was ich machen möchte.
Sortiere folgende Begriffe. Beginne mit dem Wichtigsten: Bier, Kunst, Musik, schönes Wetter.
Okay, schönes Wetter, Musik, Kunst, Bier.
Hast du eine Sammelleidenschaft?
Überhaupt nicht. Gar nicht.
Freust du dich heute Abend auf bestimmte Musiker?
Ja und zwar auf meinen Bass-Spieler. Ich hoffe der kommt noch, den habe ich seit heute Mittag nicht mehr gesehen (lacht).
Stellst du deine Arbeiten regelmäßig aus? Wo kann man sie ansehen?
Ich stelle meine Arbeiten aus, aber nicht regelmäßig und man kann sie da ansehen wo ich ausstelle oder man kann sich arbeiten auf meiner Homepage ansehen. Obwohl da im Moment nicht viel zu sehen ist. Ich habe dieses Jahr sehr wenig gemacht, nur eine Gruppenausstellung.
Was wünschst du dir zu Weihnachten?
Ich wünsche mir einen Urlaub mit schönem Wetter.
Wo und wie verbringst du Weihnachten?
Ich verbringe Weihnachten bei mir zu Hause mit meinem kleinen Sohn und meiner Freundin. Und dann werde ich aber auch irgendwann noch ‚nen Verwandtschaftsbesuch machen.
Hast du bestimmte Rituale vor den Konzerten?
Nein… und keine Sammelleidenschaft (lacht).
Was trägst du nachts im Bett?
Da gibt’s auch keine Rituale. – Das variiert also? – (lacht) Ja und es hängt davon ab wie kalt es ist (lacht). – Oder ob die Heizung funktioniert… - Ja, genau und was habe ich vor im Bett (lacht).
Was war für dich das schönste Konzert in der vergangenen Zeit? Oder das letzte wo du warst?
Öhm, also wo ich nicht selbst gespielt habe (lacht)… ich war auf Konzerten aber ich weiß nicht mehr auf welchen… ich möchte diese Frage nicht beantworten, die ist mir zu intim (lacht).
Welche schlechten Angewohnheiten hast du?
Keine (lacht).
Für welche Musik/CD hast du zuletzt Geld ausgegeben?
Für die von einer englischen Band, die heißt Timber Tembre. Das ist ‚ne ganz tolle Band, gerade erst entdeckt und die CD habe ich diesen Monat gekauft. – In welche Richtung geht die Musik? – Das ist extrem minimaler… ich hab ‚ne Rezension gelesen da stand „Blues“, aber wie immer bei Rezensionen trifft es das nicht wirklich… Es hat schon was mit Blues zu tun und auch mit Folk, aber es ist sehr besonders. Hört euch das an, die Band heißt Timber Tembre.
Bücher sind…?
Gut. Ähm die meisten… nein nicht die meisten, einige sind gut (grinst).
Warum sollte man Geld für deine Musik ausgeben?
Damit ich das weiter machen kann.
Was hast du auf Tour immer dabei?
Schuhe, Strümpfe, Socken, Unterhose, T-Shirt, Pullover, meistens Mütze.
Was verärgert dich?
Viele Sachen. Mich ärgert wenn Leute Dinge so tun, als hätten sie sonst nichts zu tun.
Was machst du nach dem Konzert?
Ich trinke mir so ‚nen Pegel an, dass ich dann schlafen kann in dem Bus da (lacht).
Was magst du an dir?
Meine Schuhe (leider haben wir kein Bild, aber sie hatten ein künstliches Fell und waren wunderschön).
Woher nimmst du deine Ideen für deine Musik/Texte?
Ich nehme alle Zettel nachher mit und dann arbeite ich so nach der Copy-and-Paste-
Methode und mache so ‚ne Collage wahrscheinlich. Ähm, ich nehme meine Ideen für meine Musik und Texte woher ich sie kriegen kann.
Was war der letzte Kinofilm den du gesehen hast?
Ich gehe so selten ins Kino, dass ich mich da nicht erinnern kann. – Ein guter Film? – Ja gute Filme fallen mir viele ein. Okay, ich sag zwei Filme. Und zwar ist der eine Film die Verfilmung meines Lieblingsbuches und das heißt „To Kill a Mockingbird“, „Wer die Nachtigall stört“ mit Gregory Peck, toller Film, tolles Buch, die Autorin heißt Lee Harper. Und noch ein toller Film, da ist der deutsche Titel dieses Films auch ein Song von mir geworden, heißt „Stadt in Angst“ mit Spencer Tracy.
Welchen Beruf hättest du wenn du kein Musiker wärst?
Dann wäre ich Maler (lacht).
Wo siehst du dich in 5 Jahren?
Weiß nicht, da habe ich keine Vorstellung. Es gibt natürlich Wünsche die man hat und Befürchtungen die man hat, was in 5 Jahren sein könnte… vielleicht trifft sich das irgendwo in der Mitte. Die Wünsche sind groß, die Befürchtungen sind auch groß, wahrscheinlich sehen wir uns hier in fünf Jahren wieder und reden über das Gleiche (lacht).
YOUNG REBEL SET
Jeder spricht vom britischen Humor, habt ihr den auch?
Nein (lachen)! Sollen wir einen Witz erzählen? – Wenn ihr wollt. – Ohje, mir fällt keiner ein. Nee, die sind alle zu lang, oh man wir können nur einen und der dauert ewig (lacht). – Das ist okay.
Covert ihr auch noch Musik von anderen Bands wie bei „Back for good“ von Take That?
Ohje, ihr habt das gesehen? Naja, das war nur zum Spaß und wir waren sehr betrunken (lachen).
Wo und wie verbringt ihr Weihnachten?
Verkatert im Haus meiner Mutter (lacht). Ein bisschen essen und später in den Pub. Wieder nach Hause… dann… wieder in den Pub. Schlafen. Zurück zum Pub.
Also normalerweise würde ich auch nach Hause fahren oder zu den Eltern meiner Freundin, aber das hat sich letzten Samstag erledigt, und jetzt bin ich wieder auf dem Markt (lacht).
Wo seht ihr euch in fünf Jahren?
Hoffentlich machen wir dann immer noch Musik, sind auf Tour, treffen verschiedene Leute und sehen unterschiedliche Orte. Also hoffentlich klappt das, das wäre fantastisch.
Für was gebt ihr das meiste Geld aus?
Welches Geld? (lachen) …Bier.
Was verärgert euch?
Es gibt nicht wirklich was, was uns verärgert. Vielleicht wenn der Kühlschrank leer ist (lachen).
Warum sollten die Leute Geld für eure Musik ausgeben?
Weil wir keins haben (lachen). Ja, weil wir keine Vertrags-Band sind und welches brauchen. Es gibt einfach nicht genug gute gitarrenlastige Bands im Radio wie uns.
Gibt es etwas das ihr immer mit auf Tour habt?
Nein, nicht wirklich. Vielleicht ein Paar Socken.
Sortiert folgende Begriffe. Beginnt mit dem Wichtigsten: Bier, Kunst, Musik, schönes Wetter.
Musik, Bier, schönes Wetter, Kunst.
Datum
11.12.2010
