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12.08.2011 » Dockville 2011 - Rückblick

Bereits zum fünften Mal findet man sich in Hamburg zum MS Dockville ein. Warum vom 12. – 14. August plötzlich sämtliche Gummistiefel der Gegend ausverkauft sind und was sonst so passiert ist, hier bei uns.

Aufgrund einer gesperrten Haltestelle geht der einzige Weg nach Hamburg-Wilhelmsburg, also zum Festival, über den S-Bahnhof Veddel, an dem sich bereits am Freitagmittag eine lange Schlange voll bepackter Menschen gebildet hat. Da die eigens für das Dockville eingerichteten Shuttle-Busse aber in regelmäßigen Abständen vorfahren, ist die Anreise gesichert.

Angekommen, bewegt sich ein Großteil der Menge direkt zum Campingplatz, der dank des mehrstündigen Regens bereits jetzt einem Schlammbad gleicht. Nach Finden eines geeigneten und trockenen Platzes für das Zelt watet, wer noch Kraft hat, zum Festivalgelände. Spätestens hier wird klar, wer bisher keine Gummistiefel besitzt, packt entweder seine Füße in Tüten oder braucht dringend anderes Schuhwerk.

Inmitten von Rethespeicher, nicht mehr ganz so grüner Wiese, Sandhügel und Deich vergisst man allerdings sehr schnell das schlechte Wetter. Über 130 Bands und DJs und rund 50 Künstler haben sich bereit erklärt, die etwa 20.000 Besucher glücklich zu machen.

Andreas Dorau zum Beispiel, der 1991 mit „Fred vom Jupiter“ einen Hit landete und nun auf der Vorschot-Bühne in seinem Anzug umher tanzt, lässt sich für uns als guten (wenngleich auch mit etwas schiefem Gesang) Einstieg bezeichnen. Der Freitagabend ist außerdem mit Musikern wie den Editors, deren Sänger Tom Smith nahezu jeden mit seiner Stimme umhaut, oder aber auch dem deutschen Rapper Marteria, der wiederum die Fans dazu verleitet, den Bühnengraben zu stürmen, bestückt. Weitere Highlights an diesem Abend bilden die Stockholmer Indie-Rock Band Johnossi und die Hamburger von Hundreds, die gegen halb zwei Uhr am Morgen bereits den Samstag einleiten.

Nach nur wenigen Stunden Schlaf, wenn überhaupt, findet man sich dann am Samstag entweder zwischen Kunst (bei einer Kissenschlacht, in einer überdimensionalen Zuckerwatte oder in einer Kleinstadt im Erdreich), Selbstgemachtem aus Designerhand in der Freihandelszone oder vor der Bühne wieder. So wird das musikalische Programm an diesem Tag von zahlreichen Bands bestritten. Die Höhepunkte bestanden u.a. aus Kakkmaddafakka, deren Name nur bedingt auf ihre Musik mit Elementen aus Pop, Rock und Rap schließen lässt, oder aber auch Crystal Castles, bei deren Bühnenshow inklusive großartigem Licht man alles vergisst außer zu tanzen. Apropos, wer sich bewegen will, bekommt noch bis zum frühen Morgen etwas geboten – Licht aus mit DJ Phono, Die Boys, Jaques Bon und Grizzly, die um 04.30 Uhr schließlich den Samstag beenden.

Der dritte und letzte Tag in Hamburg beginnt mit mehrstündigem Regen. Ohne Unterbrechung schüttet es wie aus Eimern bis in den Nachmittag hinein. Es bleibt die Wahl zwischen Versinken im Schlamm oder Warten unter dem Pavillon auf dem Campingplatz. Erste Gedanken an eine frühzeitige Abreise machen sich breit. Aber wir befinden uns im Norden und da kommt es grundsätzlich anders als gedacht, so hört es gegen 17 Uhr sogar vollständig auf zu regnen und als Kante auf der Bühne stehen, könnte man beinahe Sonnenbrillen verteilen.

Als Kele (Sänger der Band Bloc Party) schließlich um 21 Uhr die Bühne und später auch den Bühnengraben entert, wird klar, dass sich all das wirklich gelohnt hat. Während zahlreiche Seifenblasen über das Publikum bis zur Bühne fliegen und allen die Freude darüber ins Gesicht geschrieben steht, ist selbst der Schlamm, in dem man bis zu den Waden steht, ein wenig in Vergessenheit geraten – zumindest bis zum Versuch einer schnellen Bewegung der Füße, bei dem man dann doch an seine Grenzen stößt.

Trotz Flutung des Maschinenraums (eine der Bühnen im Zelt) am Freitag und den dadurch bedingten Verschiebungen im Programm, all dem Dreck (auch Duschen im Schlamm ist eine interessante Erfahrung) und brennenden Installationen (weswegen die Feuerwehr auch noch anrücken muss) sitzt man am Montag mit einem wohligen Gefühl auf der Rückfahrt im Shuttle-Bus (der Gedanke an eine warme Dusche mag geholfen haben).

Das Dockville 2011 war uns allen ein großes Fest!

Bilder von den Konzerten und dem Publikum gibt es wie gewohnt nebenan. Ansonsten lohnt es sich auch nochmal auf der Dockville Seite vorbei zu schauen, wo in den kommenden Tagen sicherlich noch ein paar Andenken an die Schlammtage bereit gestellt werden.
 


Datum & Location

Datum: vom 12. bis 14.08.2011
Ort: Hamburg

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Kommentare anderer Leser

edie

nicht zu vergessen die Highlights des Sonntags: Noah and the Whale, Edward Sharpe (nicht Shape!) und Crystal Fighters, die eine hervorragende Leistung zeigten und trotz Wolkenbruchs ne Menge Sonnenschein in unsere Herzen zauberten.

Anna Thut

Um Verwirrung vorzubeugen: Das brennende Haus weswegen die Feuerwehr anrückte gehört natürlich in den Sektor Kunst... ein Projekt von Marc Klee (Zwischen Brand).