Mathematikum Gießen: Knobeln bis der Arzt kommt
Mathematik gilt oft als trocken, abstrakt und daher auch langweilig. Dieses Vorurteil wird im Mathematikum tausendfach widerlegt.
Mathematische Phänomene werden plastisch dargestellt. Das Chaospendel illustriert beispielsweise das „chaotische Prinzip“ – egal wie gefühlvoll man versucht es in Bewegung zu setzen, es ist nie voraussehbar, in welche Richtung es sich drehen wird.
Unendlichkeit ist ein großes Thema
Hinter einem Guckloch verbergen sich erstaunliche Dinge: mithilfe von zwei parallelen Spiegeln kannst du in die Unendlichkeit schauen. Auch ein riesiges Kaleidoskop, welches du sogar betreten kannst, steht bereit. Nur wenn deine Frisur nicht sitzt, solltest du es lieber nicht ausprobieren, denn du siehst dich in tausendfacher Spiegelung von allen Seiten.
Unendlich sind auch unterschiedliche Parkette- Parkette, das sind sozusagen große Puzzle, die nie aufhören. Ein schönes Beispiel davon ist das Penrose-Parkett, das unendliche Blumenmuster bildet. Ein wahrer Meister im Entwerfen solcher Parkette ist M.L. Escher (1898-1972). Du kannst im Mathematikum ein Parkett aus Kängurus legen, die sich wundersamerweise lückenlos ineinander fügen lassen.
Mitmachen erwünscht!
Die Dinge im Mathematikum sollen, nein müssen sogar angefasst und ausprobiert werden. Nur ganz wenige Exponate sind nur durch das Auge zu erfassen. So zum Beispiel ein Minibuch – im kuriosen Format DIN A14, das sind 9,29 mm auf 6,57 mm. Die DIN-Größe geht von einem Quadratmeter Papier aus. Wenn man es faltet bekommt man die kleineren Formate. Für das Minibuch muss das DIN A0- Blatt sage und schreibe 1024-mal gefaltet werden!
Ein Spaß für alle Sinne
Neben den vielen Sachen zum Schauen, werden auch alle anderen Sinne angesprochen. Toll ist das musikalische Rätsel. Die Entwicklung von Wolfgang Amadeus Mozart gibt dir die Möglichkeit mithilfe von Würfeln und des Computers ein Stück zu komponieren, was es höchstwahrscheinlich so noch nicht gegeben hat. Und anhören kannst du es dir auch gleich.
Oder du versuchst Formen zu fühlen und verlässt dich dabei auf das Gespür deines Tastsinns.
Ich bin eine Funktion!
In der Schule zeichnet man sie tausendfach – die Graphen von Funktionen, mal kurvenreich, mal flach und gleichmäßig steigend. Hier hast du die Möglichkeit selbst eine Funktion zu sein. Der Computer gibt dir eine beliebige Funktion vor, bei der der Zeit (in Sekunden) Zahlen zwischen 0 und 4 zugeordnet werden. Du hast die Aufgabe auf einer großen Skala in Form eines Sensorteppichs auf dem Boden die Funktion möglichst genau nach zu stellen in dem du auf dem Teppich hin und herläufst- ein großer Spaß, wenn du es einmal geschafft hast, den Ursprungsgraphen und deinen eigenen Graphen passgenau übereinander zu legen.
Das absolute Highlight und Lieblingsteil unter den Besuchern war eindeutig die Riesenseifenblasenmaschine. Wo sonst, außer im Mathematikum, hast du die Chance IN einer Seifenblase zu stehen? Kein Wunder, dass die Besucher hier lachend Beweisfotos schossen…
Willst du das auch? Dann nichts wie hin.
Location
| Ort: | 35390 Gießen - ehemaliges Zollamt |
|---|---|
| Straße: | Liebigstraße 8. |
| Haltestelle: | Bahnhof Gießen |
