Spritsparstunde
Du hast dir einen schicken Sportwagen vom CarSharing geholt und möchtest austesten, was der Motor leistet. Du trittst beherzt auf das Gaspedal, um das Beschleunigungspotenzial voll auszuschöpfen...
In diesem Augenblick möchtest du nicht daran denken, wie viel Liter Benzin du verschwendest. Du ahnst es vielleicht, willst dir darüber aber keine weiteren Gedanken machen. Im Schnitt kommt der Wagen vielleicht mit ca. 8 Litern auf 100 Kilometern aus. Beim Vollstart im ersten Gang können daraus schnell 50 Liter auf 100 Kilometern werden. Das ist wohl den wenigsten Autofahrern bewusst.
Enormes Einsparpotenzial
Wenn man sich diesen Verbrauch einmal vor Augen hält, ist schnell zu erkennen, dass beim Fahrverhalten ein enormes Einsparpotenzial vorhanden ist. Deswegen richtet sich dieser Bericht besonders an Mainmove-User, die sich hin und wieder ein Auto leihen. Der Bericht ist aber auch für alle regelmäßigen Autofahrer interessant, da diese bei einem Einsparpotenzial von bis zu 25% einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Doch der - für viele entscheidende - Vorteil der Spritsparstunde ist, dass man durch angemessenes Fahrverhalten sehr viel Geld sparen kann.
Selbstversuch in der "Spritsparstunde"
Um sich ein ausbalanciertes Urteil über die bereits erwähnte Spritsparstunde bilden zu können, testete unser Redakteur Tim Laudahn dieses Training, welches vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. organisiert wird und in unserem Fall in Kooperation mit der Fahrschule Henkel in Großkrotzenburg stattgefunden hat.
Das Training begann für unseren Redakteur damit, dass er auf einer vorgegebenen Strecke seinen eigenen Fahrstil anwenden sollte. Gefahren wurde eine Vergleichsstrecke, um die Ergebnisse unter den gleichen Voraussetzungen testen zu können. Nachdem die erste Strecke gefahren war, analysierte der Fahrlehrer mit unserem Proband dessen Fahrverhalten. Hierbei wurde dieser besonders auf das nicht genutzte Einsparpotenzial aufmerksam gemacht, welches sich eigentlich durch “kleine Tricks” hätte nutzten lassen können, zumal unsere Testperson davon überzeugt war, einen spritsparenden Fahrstil angewandt zu haben.
Rechtzeitig schalten spart Sprit
Eines der nicht genutzten Potenziale war das frühzeitige Hochschalten in den nächsten Gang, was bei einer Umdrehungszahl von ca. 1500 Umdrehungen hätte passieren sollen. Zudem trägt das frühzeitige Hochschalten dazu bei, dass die Motorgeräusche kaum wahrnehmbar sind. Jedoch wurde nicht nur das frühzeitige Hochschalten thematisiert.
Ein weiterer Ratschlag war es, den vorhandenen Schwung auszunutzen, was schlussendlich bedeutet, den Fuß vom Gas zu nehmen, wenn klar zu erkennen ist, dass die Ampel auf rot steht oder der Verkehr ins Stocken gerät. Der Vorteil an dieser Stelle liegt auch auf der Hand, denn wer das Auto ausrollen lässt, spart Benzin, da er aus der vorherigen Beschleunigung einen großen Nutzen ziehen kann und seine Bremsen nicht im erweiterten Maße abnutzt, da somit starkes und abruptes Abbremsen vorgebeugt werden kann.
Nachdem diese und noch viele weitere Punkte angesprochen wurden, durfte unser Redakteur die gleich Strecke unter Anwendung der zuvor behandelten Vorschläge fahren. Zu Beginn der zweiten Fahrt war es für unsere Testperson sehr befremdlich, langsam an eine rote Ampel heran zu rollen oder frühzeitig vom Gas herunter zu gehen. Doch schon nach wenigen Minuten machte dieser neue Fahrstil Spaß und mit einem kurzen Blick auf den Durchschnittsverbrauch erkannte er, dass diese Anweisungen einen erheblichen Beitrag zur realen Senkung des Verbrauchs lieferten.
Deutliche Senkung des Verbrauchs
Am Ende der Trainingsstunde war eindeutig zu erkennen, dass diese durchaus effektive Fahrweise der Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometern von anfänglichen 8,8 Liter Superbenzin auf letztlich 5,9 Liter gedrückt werden konnte. Das entspricht einer Einsparung von knapp 2 Litern oder 25% und somit einer Einsparung von rund 2,60 Euro! Da viele Menschen eine weitaus größere Strecke von 100 Kilometern im Jahr zurücklegen, ist an dieser Stelle ein erhebliches Einsparpotenzial zu erkennen. Zumal der geringere Verbrauch auch eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes bedeutet. So ist es auch möglich, das Auto zu nutzen, ohne unnötig viele Schadstoffe in die Umwelt auszustoßen.
Würden sich auch andere Autofahrer an diesen Fahrstil gewöhnen können, wäre dies eine Wohltat für uns und unsere Umwelt. Denn es ist für fast jedermann möglich, durch ein paar kleine Tricks flott voranzukommen und dabei auch noch einiges an Geld sparen zu können.
Zukunftsorientiertes Fahrverhalten lernen
Am Ende des Trainings äußerte sich unser Redakteur Tim Laudahn sehr zuversichtlich, dass diese Spritsparstunde Potenzial hat, Autofahrern zukunftsorientiertes Fahrverhalten beizubringen. “Ich halte die Spritsparstunde für eine angemessene Methode, den Leuten die Möglichkeit des ausgewogenen Fahrens beizubringen. Denn Autofahren ist nicht gleich Autofahren! Das Training hat mir im besonderen Maße deutlich gemacht, in welchem Umfang das Potenzial zur Einsparung von Treibstoffen vorhanden ist, um somit umweltbewusst Autofahren zu können, aber auch weiterhin auf die völlige Flexibilität des PKWs setzen zu können. Auch sollten die verkehrssicherheitstechnischen Aspekte in Betracht gezogen werden, da durch die vorausschauende Fahrweise Gefahrensituationen frühzeitig erkannt werden können und dem Fahrer somit zusätzliche Zeit bleibt, um angemessen auf diese Situationen reagieren zu können.”
Deswegen lautet unsere Empfehlung für alle, die nicht auf das Autofahren verzichten können oder wollen: Meldet euch zu einer Spritsparstunde an, um euer vorhandenes Einsparpotenzial zu erkennen und dieses dann auch richtig auszunutzen!
Der Redakteur möchte sich an dieser Stelle beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. bedanken, ohne dessen vorbildliche Kooperation die Spritsparstunde nicht hätte realisiert werden können. Ein weiterer Dank richtet sich auch an die Fahrschule Henkel, dessen kompetenter Fahrlehrer maßgeblich für den guten Verlauf der Fahrstunde verantwortlich war.
(Foto: Pixelio.de)
