Suchen

Die Attentäterin

Ein Buch über das Leben in Tel Aviv, das einen sehr bewegt...

Wenn man Chirurg ist, kommt man früher oder später mit dem Tod in Berührung. Auch schrecklich entstellte Menschen kommen einem unter die Hände. Man lernt damit umzugehen. Der Protagonist Amin Jaafari in „Die Attentäterin“ von Yasmina Khadra ist ein ungewöhnlich erfolgreicher Chirurg, der durch seine Arbeit in einer Klinik in Tel Aviv Opfern von Anschlägen das Leben zu retten versucht. Als Araber hat er es geschafft, in der israelischen Welt erfolgreich zu sein und sich zu etablieren. Doch durch einen palästinensischen Selbstmordanschlag ist Amin Jaafari auf einmal selbst betroffen: Seine Frau Sihem kommt dabei ums Leben - ist sogar verdächtig, die Attentäterin selbst zu sein. Jaafari kann dies unmöglich glauben. Gegen die Ratschläge seiner Freunde stellt er eigene Nachforschungen an und gerät zwischen die Fronten.

Die Suche des Protagonisten nach Antworten platziert der Autor gekonnt zwischen verschiedenen extremen Positionen. Als Leser erhält man Einblicke in den radikalen Islamismus, der die israelischen Politik und die Ethik des Protagonisten selbst. Immer tiefer gerät der Amin Jaafari in einen Strudel aus Hass und einer tödlichen Feindschaft. Durch das Buch bekommt man einen unmittelbaren Einblick in das alltägliche Leben im Nahen Osten. In wunderschöner Sprache beschreibt der Autor, die verzweifelte Lage Amin Jaafaris. Gespannt verfolgt man wie Amin versucht, die plötzlich veränderte Lage zu verstehen, einen Ausweg sucht, begleitet und unterstützt von einer Freundin. Und schließlich kommt er erneut in Berührung mit dem Tod.

Yasmina Khadra, Die Attentäterin
272 Seiten. Deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Nagel & Kimche.
ISBN-10: 3-312-00380-6, ISBN-13: 978-3-312-00380-8


Freunden empfehlen