Warum kann’s nicht perfekt sein...
In der heutigen Gesellschaft ist jeder Einzelne für sein Glück verantwortlich. Der Weg nach oben scheint möglich, wenn, ja wenn man nur alles perfekt macht - schlussendlich selbst perfekt ist.
Klaus Werle schlägt Alarm: In seinem Buch „Die Perfektionierer. Warum der Optimierungswahn uns schadet – und wer wirklich davon profitiert“ geht der Autor genau dieser Frage nach. Ihm geht es um die Schattenseiten dieses allgegenwärtigen Strebens nach Perfektion. „Der Drang nach Perfektion führt zu einer Intoleranz dem nicht Perfekten gegenüber“ – daraus resultiert ein unglaublicher gesellschaftlicher Druck.
Werle schlägt Alarm, einmal inne zu halten im Wettlauf, der Beste für den besten Job zu sein. Statt immer noch die eigenen Schwächen auszubügeln, solle man sich lieber auf seine Stärken konzentrieren.
Als gelernter Spitzenjournalist formuliert Werle dabei sehr pointiert. Wenn man selbst nicht perfekt sein kann, der Text ist nahe dran, eben dies zu sein. So lässt sich das Werk, obgleich ein Sachbuch, schnell und flüssig lesen. Über die Anzahl der neuen Erkenntnisse lässt sich sicher streiten, ein Denkanstoß ist es allemal.
Klaus Werle: Die Perfektionierer. Warum der Optimierungswahn uns schadet – und wer wirklich davon profitiert.
Campus Verlag 2010, 256 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-593-39093-2