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Wohin fahren wir, Papa?

"Wir fahren auf die Autobahn, wir spielen Geisterfahrer.“

Es klingt so bitter, das es kaum Realität sein kann. Und doch: In dem Buch „Wohin fahren wir, Papa?“ schreibt der in Frankreich sehr bekannte Autor Jean-Louis Fournier aus der Ich-Perspektive eines Vaters von zwei schwerbehinderten Söhnen.

In kleinen Anekdoten beschreibt er das alltägliche Leben, das so überhaupt nicht alltäglich ist.

"Wenn ein Kind sich beim Essen mit Schokopudding beschmiert, lachen alle; wenn das Kind behindert ist, lacht keiner."

In Fourniers Zeilen steckt so auch schonungslose Wahrheit über die Gesellschaft und über den Umgang mit Behinderten.

Immer wieder werden dem Leser Gedanken offenbart, die verboten klingen.

„Wohin fahren wir Papa?“
"Wir fahren auf die Autobahn, wir spielen Geisterfahrer.“

Mit brutaler Ironie und unverschleiertem Blick, schreibt Fournier so auch über seine fehlende Kraft und Engelsgeduld. Gleichzeitig wird klar, wie sehr der Vater seine Kinder liebt, schließlich schreibt er das Buch, damit mehr von ihnen auf der Welt bleibt als der Behindertenausweis.

Das Buch macht betroffen. Es ist ein ehrliches und selbstkritisches Buch, das zum Nachdenken anregt. Geschrieben mit ironischer Härte, aber auch mit ganz viel Liebe ist es ein Plädoyer für Menschlichkeit.

Das Buch ist 2009 bei Dtv premium erschienen und kostet 12,90 Euro.


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