Großer Bahnhof mit Horst Evers
Er schildert, wie er unterwegs den ultimativen Bahnreisenden trifft der scheinbar alles gleichzeitig bewältigt: telefonieren, Emails lesen, essen und die Zeitung durchblättern. Selbstironisch und sympathisch stellt er fest: "Für das, was dieser Mann allein während des Einsteigens in einen Zug macht, brauche ich ungefähr anderthalb Wochen."
Seine kurzen Anekdoten sind gespickt mit scharfsinnigen Beobachtungen und detaillierten liebevollen Beschreibungen der Mitmenschen. 222 Seiten erzählen mit feinem Humor vom Crux des Alltags. Verschmitzt sucht sich Antiheld Evers, den der Leser unweigerlich in sein Herz schließt, einen Weg durch die Absurditäten des täglichen Lebens.
Eines seiner Lieblingsthemen - „die Bahn“ wird dabei immer wieder aufgegriffen: Während einer eigentlich 50 minütigen Zugfahrt, schafft es Evers drei Folgen der Fernsehserie „24“ anzuschauen. Folgenreich schnarchen kann er im Zug auch ganz gut.
Das Buch lässt sich leicht lesen und mutet immer wieder zum Schmunzeln an. Jede kleine Geschichte zieht sich über etwa fünf Seiten. Sie hat ihren eigenen Spannungsbogen und endet stets mit einer kleinen Pointe.
„Für Eile fehlt mir die Zeit“ ist im Rowohlt Verlag erschienen und ist eine vergnügliche Lektüre für zwischendurch und unterwegs.
Weitere Leseempfehlungen findest du hier.