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News
Die Orte und die Musik
All the stars are little scars Left from when the gods were playing darts (Ben Weaver) Manche KünstlerInnen suchen deshalb für ihre Aufnahmen Orte aus, von denen sie meinen, dass sie am besten zur Atmosphäre ihrer Musik passen. Wenn zum Beispiel Oasis ihre neue Platte in den Londoner Abbey Road Studios aufnehmen, dann geht es ihnen sicherlich auch darum, ein wenig vom Geiste des legendären Beatles-Album einzufangen.
Conor Oberst hat sein selbstbetitelte Soloalbum im mexikanischen Tepotzlán aufgenommen - in einem Tal mit dem schönen Namen Valle Místico. Alle Stücke wurden in einem angemieteten Landhaus eingespielt. Die entspannte Atmosphäre des Ortes – das Coverfoto gibt einen Eindruck davon – hat der Musik sehr gut getan. Die Arrangements sind einfach gehalten und von der akustischen Gitarre dominiert – anders als beim letzen Album von Conor Obersts Band Bright Eyes, die aufwändig produziert war. Die Musik knüpft an amerikanische Folkmusik und Country an, ohne kitschig zu klingen. Ganz im Mittelpunkt stehen die persönlichen Texte voller Sehnsucht und Conor Obersts emotionaler, fesselnder Gesang. Die Eisenbahn, in vielen Folksongs das Symbol für die Sehnsucht nach einer fremden, fernen Welt jenseits der Verwicklungen des Alltags, wird bei Conor Oberst von der Rakete abgelöst, die im Song Cape Canaveral startet. In einer vernetzten Welt, in der immer mehr Orte von der immergleichen globalen Konsumkultur geprägt sind, wird das Weltall zum letzten Fluchtpunkt. Auch Ben Weaver hat seine musikalischen Wurzeln in der Weite des amerikanischen Westens. Sein tiefer rauer Sprechgesang erinnert an Tom Waits oder Lou Reed. Er schreibt poetische Texte, die melancholisch sind, ohne dabei ihren Humor zu verlieren. Sein neues Album „The ax in the oak“ scheint weniger von dem Ort geprägt, an dem es aufgenommen wurde, als von dem Ort an dem die Songs entstanden. Ben Weaver schrieb sie im Sommer 2007 als er für einige Zeit in Berlin lebte. So verbindet „The Ax in the oak“ klassische Instrumente wie akustische und elektrische Gitarre, Cello und Klavier mit zeitgenössischer Elektronik. Im Laufe des Albums spielen sich scheinbar verspulte Beats und flirrende Sounds zunehmend in den Vordergrund, werden aber immer wieder von starken Melodien eingefangen. Das perfekte Album für den Herbst in der Großstadt!
Conor Oberst (Merge Records, 2008) Ben Weaver: The ax in the oak (Bloodshot Records, 2008) Weiterführende Links |
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