Energieeffizienzmesse 2008

Nicht erst seit gestern bemerken wir knapper werdende Ressourcen und steigende Energiekosten. Doch was kann der Einzelne tun? Ganz nach dem Motto „Think global, act local“ fand am 29. und 30. August 2008 die erste Energieeffizienzmesse in Frankfurt am Main statt.

Veranstaltet von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt wirkte die Messe im Vergleich zu anderen Messen eher klein und schwach besucht. Und das, obwohl das Thema jeden Bürger etwas angeht - wenn schon nicht aus ökologischem Verantwortungsbewusstsein, dann doch wenigstens aus finanziellem Egoismus. Denn wer effizient und bewusst Energie verbraucht, wird damit auch seinen Geldbeutel schonen.

Beim Betreten der Messe fielen einem zunächst die größeren Projekte ins Auge, die man vielleicht nicht von heute auf morgen realisieren kann. Dabei ist insbesondere die Isolierung von Gebäuden zu nennen. Schwachpunke bei älteren Häusern sind zumeist die Fenster und schlecht isolierte Dachkonstruktionen. Besonders Altbauten sind reine Energieverschwender. Spezielle Firmen bieten ein Programm an, das die Oberfläche des Hauses und verschiedene Details berechnet, so dass man dann entscheiden kann, welche Maßnahme die Wichtigste ist. So kann man mit nur wenig Geld schon ziemlich starke Effekte erzielen. Zudem gibt es auch vielzählige staatliche Förderprogramme.

Für alte Häuser kann man einen so genannten Energiepass erstellen, für Neubauten ist er bereits Pflicht. Darin wird sehr detailliert aufgelistet, wie effizient das Gebäude die Energie nutzt und wieviel verschwendet wird. Wieviel Energie durch die Wände und das Dach verloren gehen, kann man mit einer Wärmebildkamera sehen. Auf der Messe gab es auch so eine Kamera zu sehen. Wir haben uns mal davor gestellt und geschaut, an welchen Stellen wir Wärme absondern. Damit kommen wir zur Frage, was große Betriebe und Institutionen machen können. Hier multiplizieren sich bei konsequenten Maßnahmen die Einsparungseffekte ja oftmals um ein Vielfaches. Ein Beispiel: Würde die Stadt Frankfurt alle Ampeln durch LED-Technik ersetzen, könnte man Tausende Kilowattstunden einsparen.

Mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr kommt natürlich auch die Frage auf, was der RMV in Sachen Energieeffizienz tut. Schon heute werden spezielle Filter und effizientere Technik in Bussen eingesetzt, obwohl dies noch nicht vorgeschrieben ist. Auch die Odenwaldbahn fährt mit einem Elektroantrieb und nicht mit Diesellok.

Ein fader Beigeschmack bleibt jedoch bei all den edlen und wirtschaftlichen Motiven. Einen Teil der Ausstellungsfläche bildeten Infotafeln an den Wänden, die von Dutzenden großen Bühnenstrahlern angeleuchtet wurden. Bei diesen bis zu 500 Watt starken Scheinwerfern wird der Großteil der Energie in Wärme umgesetzt und nur ein sehr geringer Anteil in Licht, was auch der schwitzende Besucher merkt. Diese fragwürdige Beleuchtung mit dem Thema Energieeffizienz in Einklang zu bringen, dürfte schwer fallen.


mainmove ist ein Gemeinschaftsprojekt der Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH und der Naturfreundejugend Deutschlands